Liebeserklärung


Eine Liebeserklärung

an das Insekt und die Natur an sich


Sie sind so klein und sie sind überall

Lästig ist die Fliege, die uns unermüdlich umschwirrt und unsere Nähe zu suchen scheint. Ärgerlich die Raupe, die sich über unsere Pflanzen im Garten hermacht. Ecklig die Spinne, die an der Zimmerdecke hängt.
Wie ungern teilen wir unser Zuhause, den Planeten Erde, mit diesem Heer an kleinen Kreaturen, die so selbstverständlich durch unser Leben kreuchen und fleuchen.
Dabei:

"Wußtet ihr, daß eine Stechmücke 500mal pro Sekunde mit den Flügeln schlägt, daß eine Heuschrecke 200 Mal so weit springen kann, wie sie groß ist, oder daß die Schaben zu den ältesten Insekten gehören (es gab sie schon vor 350 Millionen Jahren)? Insekten sind zwar klein, aber unter ihnen sind einige der außergewöhnlichsten Kreaturen, die es gibt. Die Faszination der Insekten liegt zum großen Teil in ihrer Anpassungsfähigkeit. Sie leben überall auf der Welt, von der Wüste bis zum Regenwald, in den Bergen bis hin zu niedrig gelegenen Sümpfen. Sogar in der Antarktis gibt es einige Insektenarten. Den einzigen Bereich der Erde, den die Insekten nicht besiedelt haben, ist das Meer."
Aus "Bunter Bildatlas der Spinnen und Insekten" von Jimmy Johnson, Moewig Verlag



Das Insekt lebt parallel zu unserer Welt in seinem eigenen Mikrokosmos

Es ist dabei vollendet auf seine Umgebung abgestimmt.
Wir Menschen sind für das Tier erst einmal genau so unwichtig, so unbedeutend,
wie es das winzige Insekt für uns zu sein scheint.
Millionen von Jahren bevölkert es schon unsere Erde und manche Arten haben sich in diesem langen Zeitraum kaum verändert. Lange bevor es uns Menschen gab, waren sie schon so perfekt, dass die Evolution keinen Grund dafür sah, noch einmal Hand anzulegen und sie zu verbessern.
Nur neue Arten sind ständig dazugekommen, heute sind der Wissenschaft allein in Europa rund 100 00 Arten bekannt. Doch trotz jahrhundertelanger Forschung ist es bisher noch nicht gelungen alle Arten zu beschreiben.


Der Anfang

Ich habe erst durch die Makrolinsen meiner Digitalkamera zu sehen begonnen. Durch den Sucher nahm dieses wuselige, winzige etwas zu meinen Füßen Gestalt an. Ich stand Auge in Auge mit diesen kleinen Wesen und nachdem ich ihnen einmal ins Auge geblickt hatte, konnte ich sie nicht mehr ignorieren.


Nur was wir kennen, vermag unse Sympathie zu wecken

Unbekanntes macht uns Angst.
Ich begann Bücher zu wälzen und eine faszinierende Welt zu entdecken.
Die Wanzen, Käfer, Schwebfliegen, Schmetterlinge und all die anderen Winzlinge begannen vor meinem Auge zu wachsen, wurden grösser und plastischer.
Voll Erfurcht erkannte ich ihre Perfektion, die Schönheit ihrer Körper.
Es schmerzt mich immer wieder, wenn ich die Acht-und Respektlosigkeit beobachte, die die meisten Menschen den faszinierenden kleinen Kerlen entgegenbringen.


Darum diese Homepage als Liebeserklärung meinerseits an die Insekten

Um vielleicht ein wenig von der Begeisterung, der Liebe zu der Kreatur, und sei sie noch so klein und und vermeintlich unbedeutend, weiterzugeben.
Sind wir für das Gros an Insekten nicht weiter interessant, nur riesige Schatten, so sind wir doch eine permanente Bedrohung für ihre Gattung. Der Mensch bedeutet für das Insekt nicht mehr als dies ein Stein, ein Baum oder ein Vogel tun würde. Aber wir wissen, dass es nicht so ist. Wir sind viel mehr. Über all die Jahre der Zerstörung der Natur durch unsere Hand, sind wir heute zu den Wächtern ihrer Lebensräume geworden.
Damit stehen wir in der Verantwortung für ihre Existenz.


Nur was unsere Sympathie hat, wollen wir auch schützen

Und so hoffe ich ein paar neue Freunde für meine kleinen Insekten und Spinnen zu gewinnen.
Ein paar Menschen mehr, die z.B., eine Spinne, Wespe etc. vorsichtig aus dem Zimmer tragen und der Zerstörung einer Wiese, eines Baches eines Waldes nicht gleichgültig gegenüber stehen.
Das Zuhause des Insekts ist auch unser Zuhause, das sollten wir nie vergessen.



Die Insektengalerie
Angela Schwarz