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Familie Schlupfwespen (Ichneumonidae) Ichneumon wasps



Ichneumon eumerus


(kein dt. Name)
kein engl. Name

*Angaben ohne Gewähr


*Angaben ohne Gewähr

Mittlere Wespe - Dolichovespula media media
Freising, Wiese am Waldrand/ Bayern, 28. Juli 2004

Eine ganz besonders faszinierende Schlupfwespe mit einer ausgeklügelten wie auch ausgefallenen Fortpflanzungsstrategie, die Wissenschaftler beschäftigt.



Mittlere Wespe - Dolichovespula media media
Freising, Wiese am Waldrand/ Bayern, 03. August 2004

Auch sie ist scharf auf Nektar...



Mittlere Wespe - Dolichovespula media media
Freising, Wiese am Waldrand/ Bayern, 03. August 2004

...und im Sommer auf meiner Lieblingswiese anzutreffen. Dank dem Bauern, der diese Wiese den dort zahlreich anzutreffenden Insektenarten als wildes Paradies überläßt!




Ichneumon eumerus nutzt Ameisenbauten als Brutstätte für ihre Nachkommenschaft. Doch wer jetzt denkt, dass sie Ihre Eier einfach in die Ameisenlarven legt, der hat weit gefehlt. Denn ihre Strategie ist viel raffinierter. Ihre bevorzugten "Ammen" sind die Falterlarven des Ameisenbäulings (Maculinea rebeli), die sich in Ameisennestern breit machen und von den Ameisen unentdeckt an deren Eiern und Larven dick und fett fressen. Da sie denselben Geruch wie der Nachwuchs der Ameisen verströmen, werden sie von diesen sogar mitgefüttert. Ein wahres Schmarotzerdasein. Doch das findet ein klägliches Ende, wenn Ichneumon eumerus sie mit ihren scharfen Sinnen entdeckt.
Wie aber unbeschadet und unbemerkt in einen Bau mit tausenden von potentiellen Feinden, die die erkorenen lebenden Brutkästen auch noch bewachen, eindringen?
Hier greift die faszinierende und einzigartige Strategie dieser Schlupfwespe.
Sie verströmt chemische Signalstoffe, die die Ameisen derart in Rage versetzen, dass sie aggressiv aufeinander los gehen und während des heillosen Durcheinanders im Ameisenbau schlüpft sie unbemerkt von den abgelenkten Ameisen in deren Nest und legt ihre Eier in die Larven des Ameisenbläulings.

Chemiker haben nun diesen unglaublich effektiven Chemiecoktail analysiert und nachgebaut. Danach wurden diese synthetischen Duftstoffe an Ameisen getetestet
- mit erstaunlichen Ergebnissen. Nicht nur dass diese Duftproben besonders langlebig waren, sie lösten wiederum starke Agressionen bei den Ameisen untereinander aus.
Harmlose Arbeiterinnen attackierten plötzlich ihre ahnungslosen Genossinen.
Es ist keine andere chemische Verbindung bekannt, mit der ein einzelnes Insekt in der Lage wäre derart effektiv rund 80 Prozent einer Ameisenkolonie außer Gefecht zu setzen.
Jetzt hofft man auf dieser Grundlage ein Mittel zum Einsatz gegen Ameisenplagen entwickeln zu können.


Insekten - Hautflügler - Ichneumon eumerus