Naturschutz-Projekte

Lebendiges Bienenmuseum Knüllwald

Stand: 21.3.2009

Die Imkermeisterin Erika Geiseler und der Biologe Hans-Joachim Flügel haben ihr gemeinsames Hobby, die traditionelle Imkerei in aller Welt, in ein gemeinsames Projekt eingebracht: das Lebendige Bienenmuseum Knüllwald.

Verwirklicht werden konnte es in einem alten Fachwerkhof im landschaftlich reizvollen nordhessischen Mittelgebirge, den sie für dieses Projekt umgebaut und renoviert haben. Hier findet sich ein kleines Museum mit historischen Imkergeräten aus aller Welt. Daneben haben auch die Verwandten der Honigbiene, die Wildbienen, Hummeln, Wespen und Hornissen einen Platz im Museum. In einem kleinen Café gibt es Kaffee und Bienenstich oder frische Honigbrote.




Neben dem Museum gibt es ein großes Freigelände, auf dem die Blütenbesucher Vorfahrt haben: mit einem großen Angebot an blühenden Nahrungspflanzen und Nistplätzen haben zahlreiche Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge einen optimalen Lebensraum gefunden. So können vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst bei geeignetem Wetter Insekten beim Blütenbesuch beobachtet werden. Ein Schaukasten mit einem Bienenvolk, ein traditionelles Bienenhaus, ein Heide-Korbbienenstand und ein Bienen-Wanderwagen ergänzen das Museumsangebot.


Im Garten des Lebendigen Bienenmuseums finden sich verschiedene alte oder fremdländische Gemüse- und Obstsorten wie Guter Heinrich, Erdbeerspinat, Sibirische Kiwi und viele andere. Hühner und Tauben, ein Schauteich mit Fischen und Libellen und Kräuterbeete sind weitere Höhepunkte des Gartens.

Die wildlebenden Tiere und Pflanzen im Bereich des Lebendigen Bienenmuseums werden regelmäßig erfasst. Derzeit sind 1.533 Tier-, 251 Pflanzen- und 39 Moosarten vom Gelände bekannt. Die Belegexemplare werden im Archiv des Bienenmuseums gelagert; die Ergebnisse der Erfassungen fließen ein in die regionalfaunistische Forschung und werden entsprechend publiziert.

Bei Problemen mit Hornissen und anderen Stechimmen finden die betroffenen Bürger am Bienenmuseum eine kompetente telefonische oder Vorort-Beratung; im Notfall kann das Nest auch umgesiedelt werden.

Jährlich findet sich anlässlich des Internationalen Museumstages eine Sonderausstellung zum gleichen Schwerpunktsthema, wie es sich in der jährlich erscheinenden Hauszeitschrift des Museums, „Lebbimuk“ wieder findet. 2007 war „Säume in der Landschaft“ das Thema, 2008 wurde die Verbreitung der Heuschrecken im Schwalm-Eder-Kreis gemeinsam mit dem Kreisverband des NABU aufgearbeitet, der in den Räumen des Bienenmuseums auch seinen Geschäftsraum hat. 2009 wird die Fauna und Flora eines aufgelassenen Braunkohletagebaus in Nordhessen zum Thema gemacht.

Mittelfristig soll das Lebendige Bienenmuseum in eine Stiftung eingebracht werden, um so diese Einrichtung zur regionalen Erforschung der Biodiversität und zur Bewahrung traditionellen Wissens um die Bienenhaltung langfristig zu sichern.


Prospekt vom Bienenmuseum (pdf)